Jonas Kessler – Der Kleine

Als ersten kompletten Plan Eigenbau habe ich mir ein älteres Design von Jonas Kessler ausgesucht. „Der Kleine“ ist ein im VTH Verlag erschienener Plan eines Elektroseglers mit 125cm Spannweite. Gesteuert wird das Modell über Seite, Höhe, Motordrossel. Bei Fallers Flächenkernen ist ein Frästeile Satz erhältlich, ich habe mich aber entschlossen auf die gute, alte Art selbst zu schneiden.

Da der Ausdruck der Plankopien mit einem Laserdrucker erfolgte habe ich die Teile vom Papier mit Nitroverdünnung auf das Holz übertragen. Mit frischen Ausdrucken klappt dies auch ganz vorzüglich. Mehrere Tage alte Kopien hingegen übertragen kaum noch Farbe auf das Holz.

Anschließend wurden die Teil aus Balsa wie Flügelrippen, Rumpfseitenteile, etc. einzeln mit dem Cutter ausgeschnitten. Die Sperrholzteile wurden ganz klassisch mit der Laubsäge ausgeschnitten.

Nachdem ich somit einen Baukasten in Eigenproduktion vor mir liegen hatte wurde nun mit dem Rumpfbau begonnen.

Der Rumpf entsteht aus Balsa auf Sperrholzspanten und stellt keine großen Anforderungen an das modellbauerische Können. Interessant ist die Art der Buggestaltung. Hier werden die vier Ecken der Kastenkonstruktion einfach abgesägt und mit Balsadreiecken verschlossen. Anschließend wird alles in Form geschliffen und an den Spinner angepasst. Das Ganze sieht dann so aus:

Nach ein wenig Schleiferei ging es dann an die schwierigste Phase jedes Bauvorhabens, der Farbauswahl. Ich habe mich für Cyan-Gelb von Bay-Tec für den Rumpf entschieden. Wie man sehen kann sind die Bowdenzugröhrchen für die Ruderanlenkungen und der Motor hier bereits verbaut.

Auch das leibliche Wohl sollte nicht zu kurz kommen. Das Ende der Bügelsession war einen Jameson wert.

Nach dem Rumpf erfolgte der Bau der Leitwerke. Diese entstehen als Gitterkonstruktionen aus Balsa.

Die Tragflächen werden in vier Teilen erstellt. Dabei werden Außenflügel und Innenflügel mit Sperrholzverbindern verbunden. Die Steckung der Tragflächenhälften erfolgt mit einem 6mm Stahlstab und Aluminiumrohr. Im Plan vorgesehen ist ein Kohleverbinder, ich hatte aber keinen Kohlestab im passenden Durchmesser vorrätig. Von daher Stahl.

Der Lohn der Mühen ist der unten abgebildete Teilesatz der jetzt nur noch bebügelt werden muss.

Transparent Rot und Gelb sind die Farben der Wahl. Hier ein noch nicht faltenfreies Zwischendurchbild.

Nachdem alle Teile fertig bebügelt waren kam Lego ins Spiel. Für die Montage der Leitwerke hat sich der Diebstahl im Kinderzimmer bewährt.

Und so sieht das Ganze dann fertig aus.

Der Tag des Erstflugs war alles andere als windstill. Trotzdem war der Kleine sehr gut zu fliegen und macht viel Spaß. Über die Fähigkeiten in der Thermik kann ich noch nicht viel sagen, das Wetter war einfach zu windig. Ich hoffe auf ruhigere Gelegenheiten um das Modell richtig einstellen zu können. Auch der Schwerpunkt ist bisher nur per Plan eingestellt und noch nicht praktisch erflogen.

Unschön ist das sich das Seitenleitwerk während des Erstfluges deutlich verbogen hat. Da muss ich wohl noch ein Mal kräftig nachbügeln.

An Elektronik wurden verbaut:

– 8 Gramm Servos Torcster NR-62
– Torcster Brushless Combo mit 2205 Motor 1350kv und 20 Ampere Regler
– 1500 mAh 3s Lipo direkt hinter dem Motor um den Schwerpunkt zu erreichen

Damit komme ich trotz der schweren Steckung und des großen Akkus auf ein Fluggewicht von 450 Gramm. Ich liebe Brushless. 🙂

Der Motor wirkt auf eine 8×4 Klappluftschraube an einem 32 mm Spinner. Ich denke ich werde hier noch eine 7×4 versuchen da der Motor doch etwas wärmer wird als mir lieb ist.

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